Da ich immer wieder gefragt werde wie ich brüte und was dabei einzuhalten ist habe ich mich dazu entschlossen meine persönliche Brutanleitung zu veröffentlichen.

Bevor ich hier aber näher in die Brüterei selbst eingehe möchte ich noch bekanntgeben dass ich für das Schlupfergebnis keinerlei Garantie geben kann da dieses von sehr vielen Kriterien abhängig ist die nicht an mir bzw. meiner Wachtelhaltung liegen. Besonders im Winter ist es schon als gut zu bezeichnen wenn man 50 - 60% Schlupf hat da in den Wintermonaten auch die Befruchtungsrate auf ca. 70% absinken kann, das liegt aber in der Natur der Wachteln. Die beste Zeit für Bruteier ist April – Juni. Trotzdem erhalte ich auch laufend Emails wo mir Kunden schreiben dass sie 80% und noch mehr Schlupfrate hatten und das im Winter. Das Einzige was ich versichere ist dass ich die Wachteln in einem Verhältnis von mindestens 1 : 5 halte und ca alle 6 - 8 Monate die Hähne gegen Junge austausche. Auch um Inzucht zu verhindern halte ich ständig 3 – 4 verschiedene Linien und bin auch bemüht laufend neues "Blut" reinzubringen.

So, nun aber zur Brüterei selbst.

Bevor man brütet:
Den zuvor desinfizierten Brüter muss man mindestens 1-2 Tage bevor man die Eier rein gibt einschalten damit man die Temperatur und die Luftfeuchte einstellen und überprüfen kann. Nachdem man die Eier per Versand erhält müssen sie, bevor man sie in den Brüter gibt, ca. 24 Stunden abliegen.Wenn man sie liegend lagert müssen sie 2 x / Tag gewendet werden, lässt man sie jedoch in den Eierverpackungen mit welchen ich sie sende dann darauf achten dass sie mit dem Spitz nach unten gelagert werden. Bruteier können bis zu einem Alter von 10 – 12 Tagen erfolgreich bebrütet werden. Ich habe schon mal testweise 17 Tage alte welche ohne zu wenden mit Spitz nach unten gelagert wurden bebrütet und auch ein gutes Ergebnis erhalten. Der Lagerraum für Bruteier sollte 8 – max. 15 Grad und ca. 70 % Luftfeuchte haben.

Tag 1 + 2:
Die Bruttemperatur muss vom 1. Tag an 37,8 Grad im Schrankbrüter und 38,3 Grad im Flächenbrüter an der Eioberkante gemessen haben, auf keinen Fall höher da bei zu hoher Temperatur Behinderungen auftreten können, über 39 Grad stockt bereits das Eiweis. Die Luftfeuchtigkeit sollte vom 1. bis zum 14. Tag um die 55-60% betragen. Die ersten 2 Tage die Eier nicht wenden da sich nun das Adernetz entwickelt und jede Erschütterung kann nun schon ein Aus bedeuten. Wenn man eine vollautomatische Wendung hat kann man sie ab dem 1. Tag wenden da diese Wendung ja nur ganz langsam und ohne Erschütterung erfolgt.

Tag 3 – Tag 14
Temperatur 37,8 Grad im Schrankbrüter und 38,3 Grad im Flächenbrüter an der Eioberkante gemessen, Luftfeuchte 55-60 %, 3 – 5 mal pro Tag die Eier wenden.

Tag 15 – Schluss (= 17. Tag)
Am 15. Tag den Brüter für ca 15-20 Minuten öffnen damit die Eier sich mit Sauerstoff anreichern können. Temperatur 37,5 Grad im Schrankbrüter und ca. 38 Grad im Flächenbrüter an Eioberkante gemessen, Luftfeuchtigkeit langsam auf 80 % erhöhen täglich etwas mehr. Am Schlupftag darf der Brüter nicht mehr geöffnet werden da sich die Eischalen sonst so verhärten dass die Kücken nicht durchkommen. Erst ca. 24 - 36 Stunden nachdem das 1. Kücken im Schrankbrüter geschlüpft ist soll man die Kücken herausnehmen da dann zu rechnen ist dass Alle geschlüpft sind und es sind auch bereits alle trocken. Im Flächenbrüter funktioniert das nicht da dieser keine Luftzirkulation hat. Da muss man die Wasserschalen entfernen sobald der Großteil der Küken geschlupft ist, sonst trocknen sie zu lange nicht. Die Eier welche noch geschlossen sind kann man dann öffnen, womöglich sind noch Kücken drin die Schlupfhilfe benötigen. Die kann man dann noch im Brüter lassen bis sie trocken sind. Das mit dem Öffnen der Eier ist wie Lotto. Öffnet man das Ei und das Kücken ist noch nicht fertig entwickelt stirbt es, öffnet man das Ei nicht und das Kücken kommt durch die Schale nicht durch stirbt es auch. Wenn ich den Hauptteil der Kücken aus dem Brüter nehme lass ich die restlichen Eier noch bis zum nächsten Tag drin, erst dann öffne ich sie oder lass sie überhaupt zu. Es könnten aber auch noch bis zum 21. Tag Kücken schlüpfen, das sind dann aber meist solche Nachzügler die entweder klein bleiben oder bereits in der 1. Woche sterben.

Die Kücken müssen dann unter die Wärmelampe wo sie anfangs 35 Grad benötigen und diese Temperatur sollte dann ab dem 5. Tag täglich um 1 Grad reduziert werden bis die Raumtemperatur erreicht wird, dann kann man die Lampe entfernen. Das dauert so um die 14 Tage.

Tips: Als Einstreu in den ersten Tagen keine Sägespäne verwenden, die Kücken denken es ist Futter und fressen diese und verhungern somit praktisch mit vollem Magen da Sägespäne bei den Kleinen eine totale Verstopfung auslösen kann. Heu oder Stroh geht. Ich nehme entweder als Einstreu den Putenstarter für die ersten 3 – 4 Tage, danach Säge- oder Hobelspäne. Am besten bewährt hat sich ein Gitterboden für die Aufzucht da die Kücken dann immer saubere Füsse haben und sich keine Kotballen bilden. Der Gitterrost soll Anfangs 8mm haben, ab der 2. Woche 12mm. Die ersten 4 Tage lege ich eine Gummimatte unter die Lampe wo die Küken sich meistens aufhalten und streue dort etwas Futter drüber da Wachteln ja ihr Futter am Boden suchen. Am 5. Tag wenn bereits alle Küken den Trog finden kommt die Matte raus. Die sollte auch am 5. Tag raus da sich ansonsten Kotballen an den Zehen entwickeln und die verhindern das Zehenwachstum.

Wenn die Kücken anfangs länger als eine Stunde auf einen Haufen unter der Lampe zusammenkuscheln ist ihnen zu kalt dann sollte man die Temperatur etwas erhöhen. Richtig ists wenn direkt unter der Lampe keines hockt sondern sich ausserhalb des Lichtkegels herum ein Kreis mit Kücken bildet dann passts ihnen auch. Wenn die Umgebung passt befinden sich in der gesamten Box Küken und ab und zu laufen sie unter die Lampe und wärmen sich auf.

Wasser und Futter immer abseits der Lampe anbieten, so gewöhnen sie sich auch ans "Kalte".

Der Wasserstand in der Tränke darf in der 1. Woche nicht höher sein als 5mm. Noch besser ist wenn man in die Schale Kieselsteine legt da Kücken sehr leicht ertrinken sobald sie nass werden.Die Tränkenoberkante sollte ca. 3 – 4 cm vom Boden weg sein so können die Kücken leicht heraustrinken ohne dass sie das Wasser arg verschmutzen.

Die Körnung beim Kückenfutter sollte anfangs nicht grösser als 1mm sein. Ab Anfang der 3. Woche kann man Mais und Weizen (Körnung 1 – 2mm) zur Hälfte dazumischen.

Schlussworte: Diese Anleitung und Tips sind so beschrieben wie ich beim Brüten vorgehe. Natürlich gibt es verschiedene Meinungen darüber.
Ich übernehme keine Haftung für Gelingen oder nicht Gelingen !!!!

Ein "Gut Schlupf" und viel Spass mit den Wachteln wünscht Ihnen www.wachteleier.at

Sie können sich die Anleitung auch gerne downloaden bzw. ausdrucken. (Word- Document ca. 21,5 Kb)